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Juli 2019

Künstliche Intelligenz in der Personalgewinnung - Werden Personaler bald überflüssig?

Künstliche Intelligenz gewinnt aktuell auch in zahlreichen Fachgebieten der Medizintechnik zunehmend an Bedeutung und ist in den Augen vieler Branchenkenner zweifellos die Technologie der Zukunft. Ebenso vor dem Recruiting macht die Digitalisierung keinen Halt. Während Unternehmen vermehrt auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Recruiting setzen (z.B Chatbots, nicht-humanoide Personalauswahlinstrumente), stehen Bewerber dieser Form von Auswahlprozess eher skeptisch gegenüber.

Die Vorteile des Recruitings unter Zuhilfenahme von „Robot-Recruiting Tools“ liegen auf der Hand. Sie ermöglichen eine enorme Zeitersparnis. Selbstlernende Programme durchforsten riesige Daten-Pools und entwickeln auf dieser Grundlage Auswahlvorschläge. So können versteckte Talente innerhalb kürzester Zeit auf unterschiedlichsten Plattformen des World Wide Web gefunden werden. Im Vergleich zum Menschen übersehen diese Computersysteme nichts und gehen, solange sie nicht mit diskriminierenden Kriterien gefüttert werden, ohne Diskriminierung vor. Dabei sind die Nachteile ebenso ersichtlich. Ein Computersystem (z.B. ein Chatbot) wird so schnell nicht das über Jahre antrainierte Gefühl für Personen erlernen können, über welches ein Personaler verfügt! Ein 100%iges Match aufgrund vorausgewählter Suchkriterien, kann beispielsweise übersehen, dass der Bewerber ein großes „Aggressionspotential“ mitbringen könnte. So können auch gute Bewerber, welche aufgrund eines Schreibfehlers oder einer ungewöhnlichen Formulierung, nach dem Scan aussortiert werden dem Personaler verborgen bleiben.

Von Bewerbern sehr geschätzt hingegen wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Suche von Stellenanzeigen. Akzeptabel ist es also für viele Suchende, wenn über ein erweitertes automatisiertes Matching alternative Jobs angeboten werden, wenn sie auf die angestrebte Stelle nicht optimal passen. Online-Tests, die über die Persönlichkeit von Kandidaten urteilen sollen, und bei „Nicht-Bestehen“ ein sofortiges Aussortieren des Kandidaten zur Konsequenz haben, werden auch aus unserer Erfahrung heraus von einer Vielzahl von Kandidaten (ob bestanden oder nicht bestanden) sehr kritisch betrachtet. Möchte sich ein Unternehmen also als besonders wertschätzend im Umgang mit seinen Mitarbeitern positionieren, sollte der Einsatz von einem Recruiting-Chatbot oder einem Online-Test, welcher dem Recruiter eine Vorentscheidung für die Auswahl gibt und Bewerbern eine Eignung kategorisch absprechen kann, sehr genau überdacht sein.

Zusammenfassend wird deutlich, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Recruiting mit sehr viel Fingerspitzengefühl eingesetzt werden sollte. Er stellt eine sinnvolle Ergänzung bei der Suche von geeigneten Kandidaten/Stellen und für die Beantwortung von Standardfragen, ersetzt jedoch nicht gänzlich die menschliche Intelligenz bei der Bewertung von Profilen und der charakterlichen Eignung!
Hier wird zudem der Wert von Personalberatern für Unternehmen und Bewerber erkennbar. Personalberater bringen Bewerber auch dort ins Gespräch, wo sie möglicherweise von einem Computersystem aussortiert wurden oder trotz fehlender Eigenschaften aus der Stellenbeschreibung geeignet sind.

Sie möchten von einem Menschen und nicht von einem Computer auf dem Weg in den neuen Job begleitet werden? Dann rufen Sie uns an: +49 (0)6032-92865-0 oder senden Sie eine E-Mail an robin.geipel@hitec-consult.de.

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