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Dezember 2017

Kandidatenmarkt 2017 – ein kurzes, kritisches Resümee

Unsere Einschätzung zum Kandidatenmarkt in diesem Jahr fällt doch eher eindeutig aus: Wir haben das Gefühl, dass es zu wenig Bewerber für offene Stellen gibt und dass die Wahl der Mittel diese Stellen zu besetzen, teilweise einem Griff in den dunklen Werkzeugkasten gleicht, in dem jedoch nur noch der Hammer zu finden ist. Doch stopp – kann man es sich wirklich so einfach machen und das so zusammenfassen?

Unsere Branche hat schon früh nicht mehr von Bewerbern, sondern immer von Kandidaten gesprochen nach dem Motto: „Behandele mich bitte respektvoll, auch das Unternehmen bewirbt sich um mich.“ Das bewahrheitet sich nun auch für die unteren Ebenen immer mehr, zu denen auch wir uns als „Normalos“ durchaus zugehörig fühlen. Aber was führt aus unserer Sicht zu dieser Situation? Wir stellen fest, dass einerseits die Unternehmen von ihrem Idealprofil kaum abzuweichen scheinen und die Maßstäbe an zukünftige Stelleninhaber hoch sind. Es wird auch häufig versucht mehrere Aufgabenbereiche in einem Stellenprofil zu „kombinieren“ z.B. bei Vertriebs-, Produktspezialisten-, und Servicevakanzen. Das auch um Kosten zu sparen. Die infrage kommende Zielgruppe wird dadurch limitiert und die Kandidatenschlange wird so mit Sicherheit nicht länger. In der Folge nutzen fast alle oder zumindest die finanziell potenten Firmen Headhunter, um sich dennoch den qualitativen Bewerbereingang zu sichern. Die Unternehmen, die keinen Personalberater vorab finanzieren können, versuchen es mit Dienstleistern, die versuchen jemanden „auf Erfolg“ zu finden.  Hier sind wir aber nun genau in der leeren Werkzeugkiste angekommen. Die Kandidaten in der Medizintechnik werden zunehmend über verschiedene Kanäle angesprochen – leider nicht immer telefonisch, wie es ein sollte, sondern auch direkt per Nachricht über soziale Netzwerke. Die Stellen werden breit gestreut und es wird nicht immer darauf geachtet, ob die Zielperson überhaupt das passende Profil hat. Dazu kommen die in unserem Umfeld bekannten „Wohnzimmerberater“, die ohne Datenbank, Datenschutz und professionelles Prozessmanagement versuchen Kandidaten zu „vermitteln“. In diesem ganzen Komplex nun funktioniert die Gewinnung von Kandidaten nicht mehr so einwandfrei oder reibungslos wie früher. Natürlich, Headhunter gibt es schon lange, aber die Vorgehensweisen ändern sich. Computeralgorithmen, Jobroboter und Langzeitstellenprofile im Web machen es da nicht einfacher. Es werden zahlreiche Anfragen an Kandidaten gerichtet und da diese Stellenprofile nicht immer passen, wird Vertrauen zerstört. Gleichzeitig scheint die Auswahl an Stellen so für Kandidaten immens groß zu sein, was aber ein geringeres Verlocken bedeutet, da die Kandidaten sich nicht mehr ausgewählt oder exklusiv „gesucht“ fühlen. Die Hemmschwelle abzusagen und auf Besseres zu warten ist dadurch eher niedrig. Letztlich kommen Unternehmen und Kandidat so schwerer zusammen und es entsteht der Eindruck, die Kandidaten bestimmen die Marktgegebenheiten. Konkret bedeutet dies natürlich auch, dass Gehälter, Arbeitszeiten oder schlichtweg sämtliche Bedingungen durch die Kandidaten vorgegeben werden. Es gilt wie eh und je die richtigen Kandidaten zu finden, sie zu begeistern und den richtigen Match zwischen dem neuen Mitarbeiter und dem vorhandenen Team, einfach gesagt zwischen den Menschen zu finden. Die Ansprüche auf beiden Seiten sind gewachsen. Während die Unternehmen meistens auf die „eierlegende Wollmilchsau“ setzen und manche um diese zu finden nur den Hammer kennen, bewegt sich der einzelne Kandidat, flankiert von sozialen Netzwerken, Headhuntern und einem umfangreichen Stellenangebot im Internet nahezu wie ein Supermarktkunde durch die Regale und lässt sich von dem mannigfaltigen Angebot inspirieren. In unserer Zeit, so sehen wir es als Profis, ist das Zusammenführen von Unternehmen und Mitarbeitern zunehmend schwerer geworden. Es braucht die richtige Beratung und Suchmethodik, um zum Erfolg zu kommen.

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Was meinen Sie zu dem Thema? Lassen Sie uns gerne Ihre Gedanken dazu wissen.

Wir haben diesen Artikel geschrieben, da uns in diesem Jahr besonders viele Kandidaten für unsere Vorgehensweise gelobt haben. Wir möchten jedoch gleich den „Eigenlobgedanken“ ausräumen. Darum geht es uns gar nicht. Wir haben dieses Jahr festgestellt, dass Kandidaten in den Bewerbungsprozess eintreten aber häufig schon im Vorfeld des ersten Vorstellungsgesprächs bei unserem Kunden absagen. Wir kennen nicht immer die Gründe, glauben aber auch, dass es an dem vermeintlichen Überangebot an Vakanzen/Optionen liegt.

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