Ausgabe Oktober 2020
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Oktober 2020

Hard Brexit & Recruiting

Brexit schwebt seit längerem im politischen Raum und wurde in den letzten Monaten „erfolgreich“ durch Covid-19 in der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt. Aber was würde ein Hard Brexit für den Recruitingprozess und Sie als potenziellen Kandidaten bedeuten? 

Brexit schwebt seit längerem im politischen Raum und wurde in den letzten Monaten „erfolgreich“ durch Covid-19 in der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt. Aber was würde ein Hard Brexit für den Recruitingprozess und Sie als potenziellen Kandidaten bedeuten?

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO oder auf Englisch GDPR) wäre im Vereinigten Königreich nicht mehr anerkannt. Die Umsetzung in britisches Recht im Sinne der GDPR wäre aber dort weiterhin gültig und die entspricht doch eigentlich der Vorlage aus Europa? Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht:

  • Es gibt keine Aufsicht mehr durch die EU
  • Der Schutzstatus der EU-Bürger würde gegenüber dem britischen Bürger abfallen
  • Gesetzliche Regelungen können in Großbritannien in der Übergangszeit von Ministern ohne parlamentarische Abstimmung wie Verordnungen ad hoc geändert werden (Henry VIII. Rechte)

Doch was heißt das in der Praxis:

  • Habe ich Anspruch auf Datenlöschung durch eine Personalberatung oder Firma aus UK der ich meine Unterlagen geschickt habe? - NEIN
  • Meine Datenschutzrechte (EU) wurden von einer Firma aus UK verletzt, die diese Daten noch aus 2019 hatte und ich will klagen? - NEIN
  • Ich habe personenbezogene Daten an ein Unternehmen, Personaldienstleister, Personalberatung etc. in UK gesendet. Diese müssen sich doch an die Datenschutzregeln halten? - NEIN
  • Ich habe Recht auf die wahrheitsgemäße Auskunft bezüglich der Haltung und Verarbeitung meiner Daten - NEIN
  • Europäische Unternehmen und Niederlassungen von internationalen Konzernen, die meine vertraulichen Daten mit Personen / Organisationen in UK teilen und damit gegen die DSGVO verstoßen, kann ich belangen? - JA

Unternehmen, die Ihre Daten an Organisationen oder Personen im Vereinigten Königreich weiterleiten wollen oder diese dort speichern oder verarbeiten lassen, müssen:

  • Sie vor Weiterleitung (nicht bei Erhebung) der Daten umfänglich über die Art der Daten, den Grund und auch den Umgang mit diesen Daten (welche Personen / Organisationen was machen) informieren und Sie aktiv über die dadurch entstehende Risiken (Identitätsdiebstahl, Verkauf der Daten, Veröffentlichung etc.) aufklären
  • Sie müssen diesem Vorgang dann noch explizit zustimmen
  • Dies darf nur ausnahmsweise geschehen und automatisierte bzw. regelmäßige Prozesse in dieser Form sind nicht zulässig

Grundsätzlich sollten Sie vor dem Hintergrund der konkreten Gefahr eines ungeregelten Brexit in jedem Fall überprüfen wo Ihre Daten im Vereinigten Königreich aktuell vorliegen, diese auf das zwingend nötige Minimum reduzieren und sehr genau überlegen bevor Sie eventuell weitere Daten übertragen.

Oktober 2020

Dresscode im Online-Vorstellungsgespräch

Während Sie auch bei einem regulären Vorstellungsgespräch auf Ihren Kleidungsstil und ein allgemein gepflegtes Auftreten achten sollten, könnte bei Online-Vorstellungsgesprächen der Eindruck entstehen, es sei hier anders. Dem ist nicht so. Erkennt ihr Gegenüber, dass Sie sich lediglich halbwegs adäquat oder motiviert für ein Vorstellungsgespräch gekleidet haben und Sie z.B. ein Sweatshirt tragen, fällt dies i.d.R. genauso schwer ins Gewicht, wie bei einem persönlichen Gespräch. Somit gilt auch für den Online- Dresscode: Vorbereitung ist alles!

Während Sie auch bei einem regulären Vorstellungsgespräch auf Ihren Kleidungsstil und ein allgemein gepflegtes Auftreten achten sollten, könnte bei Online-Vorstellungsgesprächen der Eindruck entstehen, es sei hier anders. Dem ist nicht so. Erkennt ihr Gegenüber, dass Sie sich lediglich halbwegs adäquat oder motiviert für ein Vorstellungsgespräch gekleidet haben und Sie z.B. ein Sweatshirt tragen, fällt dies i.d.R. genauso schwer ins Gewicht, wie bei einem persönlichen Gespräch. Somit gilt auch für den Online-Dresscode: Vorbereitung ist alles! Kleiden Sie sich daher so, als würden Sie nicht in Ihren eigenen vier Wänden und vor Ihrem persönlichen Rechner sitzen. Zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner Wertschätzung. Zeigen Sie, dass Sie sich Gedanken gemacht haben und Ihnen dieses Gespräch wichtig ist. Achten Sie darauf sich durchgängig gut zu kleiden und nicht den Oberkörper in „Schale zu schmeißen“ und salopp gesprochen, den unteren Bereich im Jogginghosen-Outfit zu belassen. Im Zweifelsfall muss man während des Gespräches noch etwas holen und dann würde eine solche Hybridvariante schonungslos entlarvt werden. Natürlich ist gleichermaßen die Balance zu wahren und nicht zu übertreiben: Der schwarze Anzug bleibt eher für sehr spezielle Anlässe geeignet als für solche Gespräche.

Personaler möchten zwar eine authentische Persönlichkeit kennenlernen – Ihre Kleidung sollte dennoch der individuellen Position angepasst sein, auch wenn man vielleicht lieber im T- Shirt bleiben möchte. Die Chancen auf eine Einstellung werden dadurch nicht bei jedem Arbeitgeber erhöht. Dennoch gibt es auch dafür Gegenbeispiele: Als Softwareentwickler ist es absolut legitim mit einem Poloshirt und einer Chino- Hose in das Vorstellungsgespräch zu gehen. Ein Vertriebs- oder Marketingmitarbeiter sollte eher in Richtung Business Casual gehen, wenn nicht sogar auf einen gänzlich konservativen Kleidungsstil in Form von Anzug und Krawatte bzw. Kostüm setzen.

Damit Ihre Person im Vordergrund steht, ist es immer sinnvoll, mögliche Stolpersteine im Vorfeld zu vermeiden. Dabei ist das Outfit etwas, das sich leicht planen und gut darstellen lässt. So bleibt die Kleidung zumindest auch das, was sie sein sollte: Ein Nebenaspekt, der nicht zum unvorhergesehenen Killerkriterium wird.

Viel Erfolg für Ihre Online-Gespräche!

Oktober 2020

Achtung bei wichtigen Personalentscheidungen nach dem Wirecard-Skandal! Die Bedeutung von HR-Fehlern steigt.

Nach dem Wirecard-Skandal ist uns allen klar geworden, dass auch in Deutschland mit dem Versagen wichtiger Institutionen zu rechnen ist. Alleine, dass die BaFin– Mitarbeiter fleißig mitspekuliert haben, lässt sich milde gesagt als „überraschend ungehemmt“ bewerten.Wir möchten daher nochmals allen Personalern raten, die Kandidatenauswahl auf solide Füße zu stellen. Keiner kann nachher eine hohe Objektivität und Seriosität bei der Einschätzung und Auswahl eines Kandidaten gegenüber Betriebsräten, Gewerkschaften und Stakeholdern oder Gerichten garantieren, oder vielleicht doch?

Nach dem Wirecards Skandal ist uns allen klar geworden, dass auch in Deutschland mit dem Versagen wichtiger Institutionen zu rechnen ist. Alleine, dass die BaFin– Mitarbeiter fleißig mitspekuliert haben, lässt sich milde gesagt als „überraschend ungehemmt“ bewerten.

Wir möchten daher nochmals allen Personalern raten, die Kandidatenauswahl auf solide Füße zu stellen. Keiner kann nachher eine hohe Objektivität und Seriosität bei der Einschätzung und Auswahl eines Kandidaten gegenüber Betriebsräten, Gewerkschaften und Stakeholdern oder Gerichten garantieren, oder vielleicht doch? Was wäre, wenn Wirecard nun in der Lage wäre den vielen geprellten Aktionären aufzuzeigen, dass man nach bestem Gewissen gehandelt und man die eingestellten, verantwortlichen Personen nach höchsten Maßstäben qualifiziert hat? Natürlich kann man das nicht und selbstredend sind Zweifel in diesem Zusammenhang schon bei den Einstellenden selbst angebracht.

Abhilfe hätte man schaffen können, wenn man beim Recruiting auf allen Ebenen mit maximaler „Compliance“ vorgegangen wäre. Das ist nicht ganz zufällig auch das HiTec- Prinzip und darauf darf auch bei unseren Wettbewerbern geachtet werden.

Wir sind in den besonders heiklen Unternehmensbereichen, wie Forschung und Entwicklung, Regulatory, Qualitätssicherung/-management, Revision, IT- Revision der richtige Partner. Unabhängig, ob nun um die Eignungsdiagnostik nach DIN, DSGVO- und/oder AGG- gerechte Prozessgestaltung geht, versprechen wir prüfenden Institutionen und Stakeholdern standzuhalten. Unsere Projekte werden alle durch diese Instanzen geleitet.

Achten Sie, liebe Kunden und Kandidaten, auf diese Faktoren, denn gerade in kritischen Unternehmensbereichen, kann nachher sondiert werden, wie eine Person ins Unternehmen kam und wer dafür verantwortlich ist. Dann ist der Rückzug auf objektive und nachweisbare Einstellungskriterien sehr hilfreich und schafft Sicherheit und Nachvollziehbarkeit. Vergleichen Sie ruhig einmal Beratungen, die aus UK und bzw. USA kommen und in Deutschland aktiv sind. Wie wichtig ist diese Nachhaltigkeit bei Prozessen zur Eignungsdiagnostik (Auswahl, Kontrolle, Bestätigung von Unterlagen) und Datenschutz den dort handelnden Personen, wenn z.B. Daten in deren Datenbanken global vorgehalten werden? Diese Aspekte sind zunehmend wichtig, wenn die Kontrolle durch externe Ämter und Wirtschaftsprüfer zunimmt und gleichzeitig das Risiko von fehlerhaften Einstellungsentscheidungen im Management niedrig sein soll und somit im Zweifelsfall der „Bannstrahl“ am Personaler vorbeigeht.

Oktober 2020

Leitfaden zum Online-Vorstellungsgespräch

Die Corona Pandemie hat Unternehmen, Personalberater und Bewerber in die Online-Vorstellungsgespräche gezwungen – ein Trend, der sicher auch nach Abklingen der Pandemie als Erstgespräch Bestand haben wird. Was gibt es hier – insbesondere für den Bewerber / Kandidat zu beachten? 
Wir bieten Ihnen einen kleinen Leitfaden für ein erfolgreiches, virtuelles Bewerbungsgespräch.

Die Corona Pandemie hat Unternehmen, Personalberater und Bewerber in die Online-Bewerbungsgespräche gezwungen – ein Trend der sicher auch nach Abklingen der Pandemie als Erstgespräch Bestand haben wird.

Was gibt es hier – insbesondere für den Bewerber / Kandidat zu beachten? Wir bieten Ihnen einen kleinen Leitfaden für ein erfolgreiches, virtuelles Bewerbungsgespräch.

1. Technische Voraussetzungen – Hardware & Software

Sie benötigen einen Laptop oder PC mit Kamera und Mikrofon, deren Wiedergabequalität Sie unbedingt vorher testen sollten. Ein häufiger Fehler liegt in der Einstellung des Mikrofons (Lautstärke an/aus) oder Rückkopplungseffekten. Dazu sind eine stabile WLAN-Verbindung bzw. Internetverbindung nötig. Klären Sie mit Ihrem Gesprächspartner mit welcher Software (z. B. Skype, Teams, Zoom, WebEx) das Gespräch stattfinden soll und legen Sie sich dann einen privaten Account an.

Wir raten dringend davon ab, z. B. einen geschäftlichen Microsoft Teams Account für diese Interviews zu nutzen. Eventuell hat Ihr aktueller Arbeitgeber Zugriff auf Ihren Account, es können Gesprächstermine z.B. im Outlook Kalender erscheinen.  Dazu zeigen Sie sich Ihrem Gesprächspartner gegenüber als diskret und professionell.

Machen Sie sich mit den Features und Tools der ausgewählten Software vertraut: Bildschirm teilen, Dokumente einblenden etc.

2.Vorbereitung

Bereiten Sie das Gespräch gut vor! Zum einen sollte der Rahmen für das Gespräch stimmen und professionell wirken. Wir empfehlen einen ruhigen Ort und einen neutralen Hintergrund oder Sie nutzen die Möglichkeit einen virtuellen Hintergrund einzublenden. Der Raum sollte gut ausgeleuchtet sein, vermeiden Sie Schatten im Gesicht. Die Kamera sollte Ihr Freund und nicht Ihr Feind sein! Testen Sie die Kameraeinstellung und wie Sie auf dem Bildschirm wirken. Die Einstellung sollte nicht nur Ihr Gesicht in Großaufnahme zeigen, sondern möglichst den gesamten Oberkörper. Ihr Outfit sollte dem Anlass entsprechend professionell sein, nicht zu locker – auch wenn es sich hier nicht um ein persönliches Gespräch handelt. Lassen Sie sich nicht durch die Bequemlichkeit des Homeoffice zu einer übersteigerten Relaxed- Haltung verleiten. Planen Sie genügend Zeit für das Gespräch ein.

Bereiten Sie sich auf Ihren Gesprächspartner und das Unternehmen vor. Notieren Sie sich im Vorfeld Fragen, die Sie gerne stellen möchten und machen Sie sich im Verlauf des Gesprächs sichtbar Notizen. Dies zeigt Ihrem Gegenüber Ihr Interesse am Unternehmen und der Aufgabe. Unsicherheiten lassen sich in einem Video-Gespräch nicht so leicht mit Mimik und Körpersprache abfangen. Ihr Bewerbungsmotiv muss deshalb unbedingt sauber und sicher begründet sein.

Achten Sie darauf: In einem Video Gespräch kommt es sehr auf Ihre Sprech-, Schreib-, Lese- und Hörkompetenz an – viel mehr als in einem persönlichen Gespräch.  Sie müssen deutlich sprechen, gegebenenfalls auch lauter und langsamer als sonst.  Sind am Gespräch mehrere Gesprächspartner beteiligt, entstehen oft Unsicherheiten darüber, wer wann spricht. Hier können kleine Handzeichen helfen.  Selbstverständlich sollte Ihr Handy nicht während des Gesprächs klingeln oder andere Nebengeräusche das Gespräch stören.

Testen Sie ruhig einzelne Komponenten vor dem Gespräch, damit Sie sich während dem Gespräch auf das Wesentliche konzentrieren können und keine Überraschungen erleben.