Zeugnissprache
Schon seit unserer Schulzeit sind wir an Zeugnisse gewöhnt. Auch im Arbeitsleben setzt sich dies fort, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Waren unsere Schulzeugnisse immer leicht zu lesen, so sind die Zeugnisse, die uns im Arbeitsleben begegnen, regelrecht verschlüsselt.Hier wollen wir Ihnen einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, der Ihnen hilft, Ihr Zeugnis leichter zu durchschauen und seine Bedeutung zu entschlüsseln.
Aufbau
Ein qualifizierendes Zeugnis hat einen klar umrissenen Aufbau, alle hier genannten Merkmale sollten unbedingt enthalten sein. Fehlt ein Punkt, so ist das Zeugnis in dieser Form nicht akzeptabel:
- Einleitung mit Überschrift, persönlichen Angaben, Positions- und Tätigkeitsbeschreibung
- Hauptteil mit umfassender Beurteilung der Leistung sowie des Verhaltens
- Schluss mit Angaben zum Beendigungsgrund, Dankes-Bedauerns-Formel und Angaben zum Aussteller des Zeugnisses einschließlich Unterschrift
Insgesamt sollte das Zeugnis mindestens eine dreiviertel Seite umfassen, bei langer Tätigkeit in einem Unternehmen sind bis zu zwei Seiten Umfang möglich.
Bewertungen
Grundsätzlich werden in einem Zeugnis niemals Formulierungen zu finden sein, die offenkundig auf eine schlechte Beurteilung schließen lassen. Vielmehr hat sich eine Art "Geheimsprache" entwickelt, die je nach Formulierung auf die Qualit ät des Beurteilten schließen lässt.
Allgemein lässt sich sagen, dass in der Beurteilung Formulierungen wie "stets", "vollst" "jederzeit und in jeder Hinsicht" auf eine gute bis sehr gute Beurteilung schlie ßen lassen.
Wird dagegen lediglich eine Zufriedenheit ohne die entsprechenden sprachlichen Steigerungen ausgedrückt, entspricht dies bereits nur noch einer befriedigenden bis ausreichenden Leistung des Beurteilten.
Kommen bei der Beurteilung gar Formulierungen wie "können wir bescheinigen" oder gar "müssen wir bescheinigen", "war bemüht", "weitestgehend", "war bestrebt" in der Beurteilung eines Aspekts vor, so entspricht dies klar einer ungenügenden Bewertung.
Insbesondere auch Aussagen zu Eigenschaften wie vorbildliches Verhalten, Hilfsbereitschaft etc. sind nur mit dem Zusatz "jederzeit" oder "in jeder Hinsicht" sicher als positiv zu bewerten.
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